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« O gentilshommes, la vie est courte, si nous vivons, nous vivons pour marcher sur la tête des rois. »

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New York – Solidarität mit Alfredo und Christos

Samstag 14. März 2009

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„Der Kapitalismus ist ein System von Beziehungen, die von innerhalb nach aussen, von ausserhalb nach innen, von oben nach unten und von unten nach oben gehen. Alles ist relativ, alles liegt in Ketten. Der Kapitalismus ist ein Zustand von beidem, der Welt und der Seele.“
Franz Kafka

Es bleibt nichts übrig; nichts, das nicht verformt, misshandelt oder völlig zerschlagen wurde; nichts, dem es gelang, dem Netz der Macht zu entfliehen, welches jeden Zentimeter der Erde durchdringt und sich in jeder Spalte breitmacht.
Jeden Moment bevölkernd, liefert die allgegenwärtige Erstickung reichlich Beweise für diese allumfassende Totalisierung. Mit gesenktem Kopf und gekrümmtem Rücken tragen wir die Last des Tages in unserem bedrückten Innern.

Nun immer monströsere Qualitäten annehmend, mit einer Vampirhaftigkeit vollends erreichter Dunkelheit, findet selbst der Schläfer seine Träume bewohnt. Uns der Erwartungen beraubend und unser verborgenes Potential entreissend, hat sich das Kapital die spekulative Fähigkeit erworben, Zukunft zu rekuperieren und Dinge zu integrieren, noch bevor sie erfunden sind. Nach der Kolonisierung der gesamten Welt, arbeitet der Feind jetzt daran, das kollektive Reich unserer Fantasien zu erobern, wo wir uns einst verschwörten und, folglich, seinen eigenen Untergang ins Auge fassten.

Die Kooption der Kreativität signalisierte das vorherbestimmte Scheitern, welches die Marxisten dazu führte, sich dem British Museum zu ergeben, noch bevor sie ein 1848 realisierten. Der einzige Pseudo-Sieg, der auf ihre Rechnung geht, besteht darin, Negri aus dem Rampenlicht geschoben zu haben, indem sie „Kommunisierung“ und „Aufstand“ in das diskursive Feld der Akademien einführten. Beide Tendenzen können als gescheiterte Experimente abgeschrieben werden, da es beide verabsäumt haben, das einzige Konzept zu aktivieren, das fähig ist, dem Jargon eine Bedeutung zu geben: Der Kampf.

„kämpfen und besiegt werden, wieder kämpfen und wieder besiegt werden, erneut kämpfen bis zum finalen Sieg“.
Ein altes italienisches Sprichwort

In der Praxis haben sich die Konfrontationen und Besetzungen vom linken Ballast getrennt und sich das alltägliche Leben zum Konfliktfeld gemacht, doch unglücklicherweise unterwirft sich die Ausdrucksform noch immer dem aktivistischen Kalender. Ein Tag Aktion verbleicht durch ein Jahr des Elends. Wie lange Depressionsphasen unterminieren die ausgedehnten Anfälle von Tatenlosigkeit jeden Akt der Subversion und resultieren in der Produktion von militanten Eventplanern: Blind vor der Vergangenheit und lediglich die nächste erfolgslose Erstürmung der Bastille erwartend. Sie schlagen im selben Tempo zu, wie gewöhnliche Leute Geburtstagspartys besuchen, machen mit der selben Rate wie Hochzeitsgäste Krawalle und werden, mit dieser Geschwindigkeit, sicherlich nie auf die Einladung zum Begräbnis der Bourgeoisie antworten.

Losgelöste Theorie und verbannte Praxis präsentieren sich als nichts anderes, als die morbiden Symptome eingefrorener Ideologie. Nun können wir zuversichtlich diagnostizieren, dass das prophezeite „Herannahen“ nur eine vergängliche Masche sein kann.

Wir bemerken wie sich die unnachgiebig verinnerlichte Repression als Geduld verkleidet und daher weigern wir uns, auf den 4. März, den „Ides of March“ zu warten, oder, was dies betrifft, egal welches kommende Datum. Wir drückten unsere Abscheu für das verschleierte technologische Überwachungsgefängnis und die elektronische Überwachung durch das Sabotieren von mehreren ID-Scannern aus, die bald auf dem Hunter College Campus installiert werden sollen. Gegen Ausbildung als solche, schlugen wir anschliessend bei den Verwaltungsgebäuden des Brooklyn Colleges zu. Zuletzt griffen wir die Marathon Bank an, eine Tochterbank derselben Piraeus Bank, welche enteignet zu haben, Alfredo Bonanno und Christos Stratigopolous beschuldigt werden. Wir strecken unsere Soldiarität nach den beiden eingesperrten Gefährten aus und, angesichts dessen, dass sich Bonannos Gesundheit in einer Gefängniszelle verschlechtert, halten wir uns an das folgende Prinzip:

„Für ein Auge, zwei Augen. Für einen Zahn, das ganze Gesicht.“